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Der Weg zurück ins Leben - Podcast

Der Weg zurück ins Leben Podcast von und mit Christina Bolte - mit Inspirationen für Menschen an Wendepunkten, um Dich nach Deiner Auszeit, seien es Reisen, Krankheiten und andere Krisen, auf dem Weg in Dein neues Leben in Gesundheit, Erfüllung und Lebensfreude zu begleiten. Shownotes, Bilder und weitere Infos auf meiner Webseite www.weg-zurueck-ins-leben.de. Ganz häufig haben Menschen nach Auszeiten, z. B. nach dem Jakobsweg oder auch nach Reha-Aufenthalten, Schwierigkeiten, die Erfahrungen und Erlebnisse, die sie gemacht haben wirkungsvoll in ihrem Alltag umzusetzen. Manchmal wird man von seinen Aufgaben wieder überrollt und manchmal fehlt auch einfach nur jemand, der an die Umsetzung erinnert. Dieser Podcast hilft Dir, Dich an Deine Erlebnisse zu erinnern, sie greifbarer zu machen, und eine klare Vision daraus zu entwickeln. Damit kann sich der Antrieb, diese auch umzusetzen, von ganz alleine entwickeln. Meine Interviewparter und ihr Lebensweg geben Dir Mut und Inspiration für Deinen eigenen weg, aber Du erfährst von ihnen auch, welchen "Preis" sie auf ihrem Weg zu ihrem Glück bezahlen mussten. Bist Du bereit für Dein Leben in Gesundheit, Erfüllung und Lebensfreude? Dann herzlich Willkommen - schön, dass wir ein Stück des Weges gemeinsam gehen!
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Jun 21, 2018

Der Weg zurück ins Leben-Podcast – von und mit Christina Bolte sowie heute mit ihrer Interview-Partnerin Susanne Böhme.

Fallschirmsptringerin Susanne BöhmeMeine heutige Gesprächspartnerin ist Susanne Böhme aus Karlsruhe, die seit ihrem 17. Lebensjahr fallschirmspringt. Ihre Leidenschaft machte sie zu ihrem Beruf - sie ist Fallschirm-Technikerin und arbeitet als Sprunglehrerin und  Wingsuit-Instructorin.
Einer ihrer mittlerweile über 2.000 Sprünge veränderte ihr Leben nachhaltig: Bei einem sogenannten Basejump, das ist ein Fallschirmsprung von einer Felswand, rutschte sie beim Start aus und stürzte im freien Fall gegen einen Felsvorsprung.  In den meisten Fällen ist so was tödlich, aber Susanne Böhme überlebte mit "nur" gebrochener Wirbelsäule und gebrochenem Bein und querschnittsgelähmt.

Über ihren Weg zurück in den Alltag und wie sich dieser verändert hat, spricht sie in dieser Podcast-Episode.

Deine Lernerfahrung während Deiner Auszeit:
Das war wohl mein Genesungsprozess, bist ich wieder normal laufen konnte. Wobei normal für mich im Moment mit Krücken und Wanderstöcken bedeutet.

Ichwar überrascht zu sehen, was eigentlich alles geht - und wie ich dort hingekommen bin. Ich hab konsequent Ideen gesammelt, Dinge erforscht. Und ich habe gelernt, mich auf verschiedene Dinge einzulassen, auch auf mein Unterbewusstsein bzw. mein Körperbewußtsein!

Ich habe meinen Körper als Freund kennengelernt. Unser Körper ist großartig, wie er regeneriert, was der alles leistet - jetzt nach dem Unfall erst recht!

Deine größten Ängste während Deiner Auszeit:
Natürlich hatte ich viele Zukunftsängste oder auch Existenzängste. Ich hatte wenig Vorstellungen, wie es weitergehen kann beruflich, mit meinem Sport und in meinem Alltag. Ich bemerkte, wie vieles einfach vorher selbstverständlich war.  ...

Was hast Du an Deiner Lebensgestaltung oder Deinem Alltag verändert:
Eigentlich ist die Lebensgestaltung irgendwie gleich - und gleichzeitig auch irgendwie anders. Im Haushalt nutze ich doch meistens noch den Rollstuhl, einfach weil es praktischer ist, z. B. um einen Wäschekorb zu transportieren.
Autofahren beispielsweise tue ich mit Handbedienung, aber es ist mir wichtig, mobil zu bleiben.
Die größte Veränderung in unserem Alltag kam vermutlich eher durch unser Kind...

Welche Phasen hast Du auf Deinem Weg durchlebt:
Also, die 1. Phase war die Phase, wo gar nichts mehr ging, in der ich  ganz stark mit Mentaltraining versucht habe, "Nerven-verbindungen herzuzaubern".
Natürlich waren die vorher teilweise schon da, gleichzeitig gab es auch viel Ungewissheit und Ausprobieren.
In der 2. Phase war zwar Bewegung schon wieder möglich, aber die Nerven waren noch sehr schwach. Da habe ich dann versucht, Bewegung sichtbar zu machen, das hat meine Motivation sehr gesteigert, das zu sehen.
Wobei das wichtig ist, damit die Verbindung vom Hirn zum Körper, die ja noch da ist, das nicht verlernt.
In Phase 3 bin ich jetzt, da kann ich normal gehen und stehen und gehe ins Fitnessstudio und mache ich normalen Sport, zum Muskelaufbau. Ich brenne dafür, dass die Forschung weitergeht und Erklärungen liefert, wie das bei mir funktioniert, damit auch andere davon lernen können.
Außerdem gibt es dann noch die Phase, in der kein Fortschritt bei den Alltagstätigkeiten mehr möglich ist.

Blitzlicht-Runde:

Die Essenz Deiner Krankheit in einem Satz:
Zu sagen "Alles ist möglich" ist mir zu plump, aber ich kann sagen: "Was alles möglich ist, findet man erst heraus, wenn man es ausprobiert, und das ist meistens viel mehr als gedacht."

Die wichtigste Schritt, der Dich über Deinen Wendepunkt hinaus gebracht hat:
Immer wieder Dinge auszuprobieren, dranzubleiben bis zu dem Moment in KW 51, wo ich wieder stehen konnte.

Die wichtigste Ressourcen, in dieser Phase:
Ich hatte viele gute Therapeuten, besonders mein Mental-Trainer Christian Stadler aber auch einige gute Physiotherapeuten, die tatsächlich auch die Einstellung und die Motivation hatten, die Patienten wieder auf die Beine stellen zu wollen.

Deine besten Buchempfehlungen:

Was möchtest Du unseren Zuhörern mit auf den Weg geben:
Einfach machen, das Leben genießen, einfach Dinge ausprobieren.
Wenn jemand sagt: "Das geht nicht", hat er sehr wahrscheinlich nicht recht.

Deine Kontaktdaten:
- die geschäftliche Webseite (mit Infos übers Fallschirmspringen) ist www.wingsuite.de,
- die Webseite zum Buch ist noch im Aufbau: www.steh-auf-und-flieg.de

 

 

Feb 15, 2018

Der Weg zurück ins Leben-Podcast - von und mit Christina Bolte sowie heute mit ihrem Interview-Gast Martin Sänger

Martin Sänger

Mein heutiger Interview-Gast ist Martin Sänger aus der Nähe von Landshut. Ich kenne Martin schon seit einigen Jahren, als er noch zu 150 % gasgebend als langjähriger und erfolgreicher Keynote-Speaker und Verkaufstrainer auf zahlreichen Netzwerk-Veranstaltungen unterwegs war.

Vor gut 1 1/2 Jahren traf ich ihn wieder, mitten in einer Auszeit. Heute erzählt er in dieser Podcast-Episode, wie es dazu kam...

Im September 2014 hatte Martin - im vergleichsweise jungen Alter von damals 42 - einen Herzinfarkt, mit dem er noch ein paar Tage fröhlich durch die Welt reiste, weil er dachter, er hätte "nur Rückenschmerzen". Nach einer OP, in der zwei Stents erhielt, erlitt er kurz nach dem Aufwachen und noch auf der Intensivstation einen Herzstillstand und wurde reanimiert.

Dennoch machte er nach seiner Reha weiter wie bisher - bis er ein Jahr später erneut kurz davor war, mit Herzschmerzen in der Notaufnahme zu landen.

Durch diesen - wie er sagt - zweiten deutlichen "Warnschusses", die er erhielt, beschloss er, das er dies nun nicht weiter ignorieren und es so nicht weitergehen konnte. Das war die Entscheidung für eine zweijährige berufliche Auszeit.

 

Deine Lernerfahrung während Deiner Auszeit:
Als ich auf die Reha kam, sagte mir ein Arzt, ich solle mich nur darauf konzentrieren, was mir persönlich Spass machen würde. Das war natürlich ziemlich ernüchternd zu erkennen, dass ich eigentlich gar nicht so genau wusste, was mich ausser meiner Arbeit eigentlich interessiert.an>

Außerdem nehme ich mittlerweile meine Körpersignale ernster. Ich habe mir einen "Personal-Trainer" zugelegt, meinen Rottweiler Ellwood. Das war ein langgehegter Wunsch von mir.

Deine größten Herausforderungen während Deiner Auszeit:
Dadurch, dass ich lange nicht wusste, wie es gesundheitlich mit mir weitergeht, musste ich zusehen, wie ich meine Fixkosten reduziere. Der Kostendruck hat mich ziemlich belastet. Zum Glück haben meine Mitarbeiter sich weg beworben, und ich habe für mein Büro schnell einen Nachmieter gefunden. Mein (ziemlich teures) Leasing-Auto habe ich zurück gegeben. Obwohl ich Autos ziemlich mag, hab ich das als sehr befreiend empfunden.

Was hast Du an Deiner Lebensgestaltung oder Deinem Alltag verändert:
Die größte Veränderung war zunächst mal der Hund, den ich mir anschaffte. Dadurch, aber auch deshalb, weil ich nun von zu Hause aus arbeite, starte ich nun  langsamer in meinen Tag. Aber erst nach meiner Morgenroutine, eine in Ruhe getrunkene Tasse Kaffee und eine kürzere oder längere Gassi-Rund mit dem Hund.

Außerdem habe ich meine Trainings zurück gefahren und lege nun meine Termine lockerer. Meistens gelingt es mir, meine Lücken im Terminplan nicht mehr krampfhaft füllen zu müssen. Stattdessen gönne ich mir Puffer- oder Auszeiten und habe insgesamt einen entschleunigteren Tagesablauf.

Deine größten Hoffnungen für die Zeit nach Deiner Auszeit:
Also zunächst ist da die Hoffnung, rechtzeitig zu merken, wenn ich wieder "in den roten Bereich" komme (von einem Autofreak überrascht diese Metapher nicht wirklich, oder?) Meine persönlichen Warnsignale sind, wenn ich wieder eine innere Unruhe habe oder mich leicht krank fühle.
Darauf aufbauend ist meine weitere Hoffnung, meine lieb gewonnenen Hobbies weiterführen zu können, wie z. B. Zeit für die Oldtimer zu haben.

Zuletzt natürlich noch hoffe ich, noch möglichst lange durchzuhalten und Spass zu haben am Leben und beim Arbeiten - mit vielen Erlebnissen (mehr dazu später).

 

Blitzlicht-Runde:

Die Essenz Deiner Krankheit in einem Satz:
Das Leben duldet keinen Aufschub (so heißt übrigens auch Martins Podcast, siehe untenstehender Link). Eventuell gibt es kein später.

Deine besten Buchempfehlungen:

Natürlich nur neben meinem eigenen Buch:
"Unbesiegbar - Mit Vollgas in den Crash" (zusammen mit Co-Autor Ben Schulz)

Deine Lebensweisheit:
"Ziel ist es, mit Erlebnissen zu sterben, nicht mit Träumen"

 

Deine Kontaktadresse bzw. Webseite:
Unter www.martinsaenger.de findest die Kontaktdaten von Martin Sänger sowie sein Angebot als Vortragsredner.
Und www.einfach-zufrieden.de findest Du seinen Blog und Podcast.

Jul 7, 2017

Der Weg zurück ins Leben-Podcast - von und mit Christina Bolte - und ihrem Interview-Gast Mark Brown

Mein heutiger Interview-Gast ist Mark Brown, früherer Weltmeister im Public Speaking (so etwas gibt es!), Keynote-Speaker und Trainer aus Georgia, USA. Wir haben uns in Berlin auf einer Toastmasters-Konferenz getroffen, wo ich spontan die Gelegenheit hatte, dieses Interview mit ihm zu führen. Es ist auf Englisch, aber eine kurze Zusammenfassung auf Deutsch findest Du im Folgenden:  

 

Mit Mitte Dreissig Jahren - damals war er noch Programmierer in einem bekannten Unternehmen - brach Mark auf dem Parkplatz eines Supermarktes zusammen, und erhielt die Diagnose "mehrfache Lungenembolie mit Blutgerinnsel im Herzen". Seine Frau und Kinder wußten lange nicht, ob er dies überleben würde, auch der Krankenhausseelsorger war ein paar Mal bei ihm, um dafür zu sorgen, dass er "im Frieden mit seinem Schöpfer" sei. Der Einsatz eines (damals) neuen Medikaments half, die Blutgerinnsel aufzulösen, so dass er nach zwei Monaten wieder zur Arbeit gehen konnte.

Durch diese - wie er sagt - zweite Chance, die er erhielt, richtete er sein Leben komplett neu aus, mehr zum Wohle anderer Menschen.

Deine größten Herausforderungen während Deiner Auszeit: Natürlich waren da zunächst mal die finanziellen Auswirkungen. Während meiner Krankheit hatte ich natürlich nicht mein reguläres Einkommen, sondern nur (Anm. der Übersetzerin: eine Art) Krankentagegeld, das nur in etwa halb so viel war und mit dem ich natürlich trotzdem für meine Frau und meine (damals) zwei Kinder sorgen musste. Und natürlich hatte ich im Krankenhaus Gedanken wie: "Werde ich wieder ganz gesund werden oder werde ich dies nicht überleben?" Dann war noch der Krankenhausseelsorger da um sicherzustellen, dass ich "im Frieden mit Gott" sei. Das war also nicht nur ein körperlicher sondern, auch ein mentaler und emotionaler Einfluss. Ich möchte also alle Hörer ermutigen, sich klar zu machen, auf welche Menschen wir uns verlassen können, die uns unterstützen. Bei mir waren das meine Familie und Mitglieder meiner Gemeinde. Das alles waren wertvolle Ressourcen bei meinem Heilungsprozess. Nächsten Monat ist dieses Ereignis 24 Jahre her - und jedes Jahr danke ich - entweder telefonisch oder persönlich - meinem Herzspezialisten für die Arbeit, die er damals gemacht hat, die es ermöglicht hat, dass ich mit meiner Arbeit das Leben so vieler anderer Menschen beeinflussen konnte.

Was hast Du an Deiner Lebensgestaltung oder Deinem Alltag verändert: Die größte Veränderung - die aber auf meiner veränderten Lebenseinstellung (mindset) basierte, hängt eher damit zusammen, dass ich Weltmeister im Public Speaking wurde (Anm. der Übersetzerin: so etwas gibt es tatsächlich). Davon habe ich allen Führungskräften in meinem damaligen Unternehmen erzählt, so durfte ich auf einer großen Konferenz über Computer-Themen sprechen. Ich war ja immer noch der klassische IT-Nerd. Bis ich dann einen Anruf von unserem damaligen Senior Vice-President erhielt, der mich fragte, warum ich für ihn arbeiten würde, in der IT. So schlug er vor, gemeinsam nach einem Weg zu suchen, um mein Rede-Talent besser zum Einsatz zu bringen. Wow! Seine Vision, mir die Chance zu geben auf einer anderen Position meine Fähigkeiten besser zu nutzen, bestärkte dann auch mich darin, dass ich Menschen helfen, unterstützen und ermutigen sollte.

Und natürlich die Erkenntnis, dass Beziehungen der Schlüssel zum Glück sind - und dafür nehme ich mir jetzt gerne Zeit.

Deine größten Hoffnungen während Deiner Auszeit: Da war viel Hoffnung. Während meiner Genesung musste ich vor allem lernen, geduldig zu sein um dahin zurückzukehren, wo ich vorher war, finanziell für meine Familie zu sorgen, liebevoll mit ihnen umzugehen etc. Meine Hoffnung war, dass wenn ich irgendwann mal diese Welt verlassen werde weil meine Zeit um ist, dass ich nicht gehen würde, ohne dass je jemand bemerkt hätte, dass ich hier war. Nicht in dem Sinne, bejubelt zu sein, sondern indem ich einen Einfluss auf andere Menschen genommen habe. Deshalb bedeuten mir Emails, Feedbacks etc. von anderen Menschen so viel, die sagen, ich hätte ihnen geholfen, eine richtige Entscheidung zu treffe, mein Leben zu ändern oder ähnliches. Da geht ein Traum für mich in Erfüllung. Aber nur zu hoffen reicht nicht aus. Du musst auch in Aktion gehen. Wenn wir an Stolpersteine geraten, ist es leicht, in Angst zu verfallen und nicht mehr vorwärts gehen zu wollen.  Ich bin dankbar für meinen Arzt, der mir gut zugesprochen hat, darüber hinweg zu kommen, meinen Weg weiter zu gehen, mein Leben zu leben, wieder körperlich aktiv zu werden - und all die Dinge zu tun, die ich immer tun wollte, und das dann voll zu genießen.

Wenn wir an Stolpersteine geraten, müssen wir zusehen, dass wir nicht nur drüber hinweg, darunter durch, daran vorbei  oder hindurch zu kommen - sondern auch noch den großen Schritt machen, um unserem Leben eine Bedeutung zu geben.

Deine Lernerfahrung während Deiner Auszeit: Wenn man dem Tod so nahe ist - verändert man den Blick auf bestimmte Dinge und bemisst ihnen einen anderen Wert bei.  Das Leben ist kurz. Das klingt jetzt etwas klischeehaft, aber mir stellte sich beispielsweise  die Frage, was wirklich wichtig im Leben ist. Die Prioritäten verändern sich dann sehr stark - ein wenig weg von den materiellen Dingen, hin zu den Menschen, die mir wichtig sind, um möglichst viel Zeit mit ihnen zu verbringen. Dafür bin ich deutlich dankbarer geworden.Vorher habe ich immer das Ziel verfolgt, viel Geld zu verdienen, danach fragte ich mich, ob ich auch mit weniger Geld auskomme, um dafür bessere Beziehungen zu haben. Ich habe mich dafür entschieden, bessere Verbindungen zu anderen Menschen zu führen - und später auch dafür, meine Erfahrungen mit anderen Menschen als Vortragsredner zu teilen.

Hast Du auch die Beziehung zu Dir selbst verändert: In einer Hinsicht definitiv, und meine Familie hat mich sehr dabei unterstützt: Ich achte jetzt mehr auf meinen Körper - es ist der einzige Körper, den ich habe. So habe ich 2012 bei den Weight Watchers 22 kg abgenommen. Ja, ich habe viel Disziplin dafür benötigt [er zeigte mir vorher-nachher Bilder]. Ich bewege mich mehr, benutze weniger den Lift, gehe mehr zu Fuß - v. a. mit meiner Frau - ich esse gesünder. Außerdem habe ich festgestellt, dass ich gesünder bin, wenn meine Frau - wir sind seit 34 Jahren verheiratet - mit mir ist.

Blitzlicht-Runde:

Die Essenz Deiner Krankheit in einem Satz: Wie Allen Saunders sagte: "Leben ist das, was passiert, während Du damit beschäftigt bist, andere Pläne zu machen." Stolpersteine auf Deinem Weg werden kommen - es ist nicht die Frage OB, sondern WANN. Und wenn sie kommen, verlasse Dich auf alle Ressourcen, die Du hast. Gehe durch diese Schwierigkeiten hindurch und komme als eine bessere Person auf der anderen Seite wieder heraus, immer in dem Wissen, dass ein Teil Deines purpose, Deiner Daseinsberechtigung ist, anderen zu geben.

Deine besten Buchempfehlungen: sind Empfehlungen, in denen es darum geht, gute Beziehungen zu führen:

Meine Lebensweisheit: "Das Leben ist kurz, es kommt auf jede Sekunde an - nicht nur mit Focus auf Dich selbst, sondern auch auf andere. (Life is short, make every second count. Not only for yourself, but for others)" Ich weiss, das klingt abgedroschen, aber ich für mich werde das nie wieder tun, dass ich nur für mich lebe. Deine Kontaktadresse bzw. Webseite: Unter www.markbrownspeaks.com findest Du die Kontaktdaten und weitere Informationen über Mark Brown. Diese Folge hier anhören oder herunter laden.

Mar 23, 2017

Der Weg zurück ins Leben-Podcast - von und mit Christina Bolte - und ihrem Interview-Gast Tim Helm.

Tim Helm

Mein heutiger Interview-Gast ist Tim Helm, Inhaber einer Servicegesellschaft für Finanzdienstleister aus Gröbenzell bei München. Mit 38 Jahren, mitten in der Blüte seines Lebens, war er beruflich erfolgreich, führte er ein stressiges aber subjektiv zufriedenes Leben - bis er 2006 einen Knubbel unter seinem Arm entdeckte, der später als Non-Hodgkin-Lymphom diagnostiziert wurde, also Lymphdrüsen-Krebs.Nach dessen operativer Entfernung fühlt er sich zunächst von der Schulmedizin im Stich gelassen, denn seine Erkrankung wird als "unheilbar" eingestuft. Man kann nichts mehr für ihn tun, außer palliative Maßnahmen und regelmäßig zu kontrollieren.

Dadurch erwachte seine Eigenverantwortung - und was erstmal ungewöhnlich klingt: Er beschreibt seinen Heilungsprozess  als "schönen Prozess".

So stellte er beispielsweise fest, wie er durch drei einfache Verhaltensänderungen nicht nur seinen Krebs los wurde, sondern sein Leben in eine ungeahnte Lebensqualität führte.

 

Deine größten Ängste während Deiner Auszeit: Dass es nicht funktioniert, nicht unbedingt vor dem Sterben an sich, sondern eher vor dem Weg dorthin. Obwohl ich sehr schnell jeden Tag eine Verbesserung meines Wohlbefindens wahrgenommen habe. Ich habe bald wieder mehr Sport gemacht und bin jeden Tag laufen gegangen. Die Auseinandersetzung mit dem Sterben ist für Krebspatienten ganz wichtig, ebenso wie auch die Auseinandersetzung mit den eigenen Glaubenssätzen.

Deine größte Hoffnung für die Zeit nach der Diagnose: Dass das Leben besser wird als vorher. Letztlich hab ich gemerkt, dass ich vorher immer sehr außenorientiert war, Status bedeutete mir vorher viel. Mittlerweile habe ich gemerkt, was MIR überhaupt wichtig ist, nämlich gesund alt zu werden, gemeinsame Zeit und Aktivitäten oder Reisen mit der Familie.

Was hst Du an Deiner Lebensgestaltung oder Deinem Alltag verändert:

Also, das Thema Ernährung setze ich beispielweise nach wie vor um, wenn auch natürlich nicht mehr ganz so konsequent, da gibt es nun mittlerweile wieder mal Ausnahmen. Dann natürlich auch das Thema Achtsamkeit für den Körper, und auch die mentale Ausrichtung, was sich auch daran zeigt, dass ich in einer Branche, die seit 2008 mehr oder weniger in der Krise ist, einer der wenigen Verbleibenden bin. Und natürlich die Erkenntnis, dass Beziehungen der Schlüssel zum Glück sind - und dafür nehme ich mir jetzt gerne Zeit.

Die Meilensteine auf dem Weg in Dein neues Leben: Die heiße Phase der "Heilung" hat etwa 12 Monate gedauert, und die Meilensteine entsprachen etwa den 3-monatigen Kontrolluntersuchungen. Nach 3 Monaten ergab sich "kein weiteres Wachstum", nach 6 Monaten wurde "ein Rückgang vermutet", da wusste ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Das hat mir natürlich die größte Angst genommen. Nach 9 Monaten wurde "der Rückgang bestätigt" und nach 12 Monaten war sicher, dass "nichts mehr zu finden" war.

Blitzlicht-Runde:

Die Essenz Deiner Krankheit in einem Satz: Es geht mir mit jedem Tag, in jeder Hinsicht besser, besser und besser.

Der Schritt, der Dich über Deinen Wendepunkt hinaus gebracht hatte:

Die eigentliche Schockdiagnose "Krebs" selber. Das war der Hammer, den ich zum Aufwachen gebraucht habe.

Deine besten Buchempfehlungen: Meine Lebensweisheit: Gestaltet Euer Leben mit jedem Tag, in jeder Hinsicht besser, besser und besser und seid bereit Verantwortung für Eurer leben zu übernehmen. Deine Kontaktadresse bzw. Webseite: Da würde ich die Webseite meiner Frau Michaela empfehlen: Unter www.ganzheitliche-krebsberatung-muenchen.de  findest Du die Kontaktdaten und weitere Informationen. Diese Folge hier anhören oder herunter laden.
Jan 19, 2017

Der Weg zurück ins Leben-Podcast - von und mit Christina Bolte - und ihrem Interview-Gast Detlef Gumze.

Detlef

Mein heutiger Interview-Gast ist Detlef Gumze, Trainer und Begleiter für Krisenbewältigung und Persönlichkeitsentwicklung aus Tutzing bei München.

Als Führungskräfte-Coach führte er ein "Leben auf der Überholspur", er war erfolgreich, er begleitete Menschen in Burnout-Situationen - er kannte sich aus. Dachte er. Bis es ihn selbst erwischte - und er nicht nur in die Insolvenz, sondern auch in die totale körperliche und emotionale Erschöpfung und mehr oder weniger totale Handlungsunfähigkeit (ver)fiel.

Für jemanden, der wie Detlef gewohnt war, "zu machen" eine völlig neue Sitation. Dadurch lernte er, Hilfe von außen anzunehmen - aber vor allem, dass man am Ende nicht zurück kann ins alte Leben.

"Veränderung gehört zum Prozess", sagt er heute - auch wenn das vielen Betroffenen schwer fällt zu akzeptieren. Das Schwierigste sei letztendlich gnädig zu sein zu sich selbst, sagt er, dass man nicht mehr so leistungsfähig ist wie zuvor. Das sei eine Herausforderung, gerade für Menschen, die Perfektionisten sind wie er.

Heute ist er dankbar für die eigene Burnout-Erfahrung, die ihm geholfen hat, sich selbst neu zu erfinden und mehr er selbst zu sein.

Über seinen Prozess hat er gerade ein Buch geschrieben. Es ist zwar noch nicht auf dem Markt, aber in diesem Interview gibt er vorab eine erste Lesung über "Die Wellen des Lebens".

Diese Folge hier anhören oder herunter laden.

 

In den Shownotes findest Du wie immer eine Zusammenfassung des Interviews sowie die Kontaktdaten von Detlef Gumze.

 

Hier noch Detlefs Buchempfehlungen:

Kontaktadresse bzw. Webseite: Unter www.detlef-gumze.de und www.gumze-leadership.de findest Du Kontaktdaten und weitere Informationen über Detlef.

Jan 12, 2017

Der Weg zurück ins Leben-Podcast - von und mit Christina Bolte und ihrem Interview-Gast Andreas Boskugel

Andreas Boskugel

Mein heutiger Interviewpartner ist Andreas Boskugel aus Berlin. Andreas war früher das, was er heute als "größten Looser der Welt" bezeichnet: Ketten-raucher, Alkoholiker, Sozialhilfe-empfänger. Schuld daran trug er keine - dachte er.

Bis er ein Buch in die Hände bekam - das sein Leben von heute auf morgen komplett veränderte.

Höre am besten selbst, welches Buch das war und was er von seinem Weg heute berichtet.

 

Hier sind die Buchempfehlungen von Andreas Boskugel:

Die Gesetze des Denkens und Glaubens von Dr. Joseph Murphy sowie seine eigenes Buch "Frei vom Alkohol".

 

Deine Kontaktadresse bzw. Webseite: Ist zu finden unter: www.andreas-boskugel.com.

 

Eine Zusammenfassung des Interviews sowie die Kontaktdaten kannst Du wie immer in meinen Shownotes nachlesen.

Dec 22, 2016

Der Weg zurück ins Leben-Podcast - von und mit Christina Bolte. Gastronomin mit Leidenschaft Doris Musill

Mein heutiger Interview-Gast ist Doris Musill aus Bad Mitterndorf im Salzkammergut in Österreich, wo sie sich zusammen mit ihrem Mann einen Traum verwirklicht hat und nun ein eigenes Hotel führt.

Aber das war nicht immer so, denn in ihrem "früheren Leben" war sie Krankenschwester und hat sehr lange auf der Onkologie gearbeitet.

Dort - wie auch in ihrer späteren Arbeit im mobilen Palliativ-Team - hatte sie immer wieder das Gefühl, dass dort zu wenig Platz für Angehörige sei. Außerdem äußerten viele Betroffene den Wunsch, gerne mal wieder Urlaub machen zu wollen, auch mit ihren Angehörigen. So entschloss sie sich zu ihrem "Hotel-Projekt".

Was dieses Konzept auszeichnet und wie es überhaupt dazu gekommen ist, das kannst Du - neben den Kontaktdaten und den Buchtipps von Doris Musill - auch in der Zusammenfassung des Interviews in meinen Shownotes nachlesen.

Diese Folge hier anhören oder herunter laden.

 

Dec 15, 2016
Der Weg zurück ins Leben-Podcast - von und mit Christina Bolte.
[caption id="attachment_851" align="alignright" width="300"]Herzweg-Finderin Lydia Ulke-Foag Herzweg-Finderin Lydia Ulke-Foag[/caption] Meine heutige Interview-Partnerin ist Lydia Ulke-Foag, eine Grund- und Hauptschullehrerin aus München. Allerdings hatte sie schon ganz lange nicht mehr im Lehramt gearbeitet, sondern nach Familienpause und diversen Ehrenämtern zuletzt im Büro einer Landtagsabgeordneten gearbeitet, in einer sehr eigenartigen Arbeitssituation, als sie die Diagnose Brustkrebs erhielt.

In diesem mutigen, ehrlichen Interview erzählt sie, dass die Frage, die wohl die meisten Betroffenen in einer solchen Situation interessiert, nämlich: "Warum ich?" für sie gar nicht so relevant war wie eine andere, nämlich: "Warum jetzt?" Mit dieser Frage begann ihre Auszeit.

Nachdem sich herausgestellt hatte, dass es sich bei ihr um eine sehr aggressive und schnell wachsende Form von Tumor handelte, begann sie zunächst mit der Chemotherapie, bevor sie operiert werden konnte.

Da Lydia bereits einige Jahre zuvor eine Ausbildung als Entspannungspädagogin gearbeitet hatte und auch früher schon spirituell gearbeitet hatte, erinnerte sie sich während ihrer Auszeit wieder daran und nahm für sich selbst häufig Traumreisen in Anspruch oder machte geführte Meditationen. Außerdem erzählt sie, dass sie mit ihrem Tumor "gesprochen" hätte, um herauszufinden, was ihr Körper ihr sagen will. Es war, sagt sie, wie einmal losgegangen auf einem Weg und dann hätte sich irgendwie eines zum anderen gefügt - die richtigen Dinge zur richtigen Zeit.

Was sie in dieser für sie sehr wichtige Zeit gelernt hat erzählt sie in unserer heutigen Episode.

Diese Folge hier anhören oder herunter laden.

Deine schönste Erfahrung während Deiner Auszeit: Ich habe jetzt gar nicht so einzelne Situationen vor Augen, aber ich habe rückblicken das Jahr meiner Krankheit insgesamt als positiv abgespeichert. Weil mir so viel klar und bewußt geworden ist über mich selbst. Weil ich weiß, ohne diese Krankheit hätte sich nichts geändert. Dann wäre ich jetzt wieder in einem Büro...

Deine schwierigste Erfahrung während Deiner Auszeit: Ich hab durch die Chemotherapie leider zurück behhalten, dass meine Füße ab und zu mal taub sind. Aber meine Lebenslust habe ich nicht verloren, auch wenn ich damals nicht das Gefühl hatte, dass es so war.

Deine größte Hoffnung für die Zeit nach der Rückkehr: Ich habe schon während der Auszeit mit dem Gedanken gespielt, mich selbständig zu machen und meine Erfahrungen  weiterzugeben. Dann ging das so los, mit Homepage und Logo - und natürlich wer ist meine Zielgruppe. Wobei das war für mich ganz klar war - ich wollte anderen Frauen helfen, ihren Herzweg zu finden.

 Deiner Lebensgestaltung oder Deinem Alltag verändert: Zum einen natürlich beruflich, dass ich mich - neben meiner Selbständigkeit als "Herzwegfahnderin", in der ich meine Erfahrungen weitergebe - rückbesonnen habe auf meinen eigentlich "alten" Beruf und Weg als Lehrerin, was ich nach wie vor als Herzensberuf bezeichne. Außerdem haben wir, was eigentlich während meiner Erkrankung eher praktische Gründe hatte, auch wohntechnisch eine Veränderung durchgeführt und nach wie vor beibehalten. Außerdem haben wir auch bestimmte Spielregeln eingeführt, an die sich jeder hält.

Nach so einer Krankheit ist es nie so wie vorher. Aber letztendlich gehört zu jeder Veränderung Mut und Kraft dazu. Ich muss ja nicht gerade alles hinschmeißen und aussteigen. Oftmals sind das ja nur kleine Veränderungen, die uns wieder dahin zurückbringen, wo ich mal hinwollte.

Was hat Dir am meisten geholfen, Deinen Weg in Dein neues Leben zu gehen: Das wichtigste war für mich die Familie und dass wir trotz der Unsicherheit, die wir alle hatten, immer die Offenheit hatten, über alles sprechen zu können, auch dass es mir geht, wie es mir gerade ging. Und natürlich Gespräche mit Freunden, die mir Rückhalt gegeben haben oder die mich auch mit ganz praktischen Dingen, wie Hol- und Bringdienste, z. B. zur Chemo, unterstützt haben.

Blitzlicht-Runde:

Die Essenz Deiner Auszeit in einem Satz: Ohne diese Auszeit wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin.

Der Schritt, der Dich über Deinen Wendepunkt hinaus gebracht hatte: Letztendlich das Losgehen. Also der erste Schritt.

Deine beste Buchempfehlung: Ich habe während meiner Auszeit kaum Bücher gelesen, aber mir haben in der Zeit die geführten Meditationen von Rüdiger Dahlke sehr weiter geholfen, vor allem die zum Thema Krebs: * "Krebs - Aktivierung der Selbstheilungskräfte" von Rüdiger Dahlke.

Meine Lebensweisheit: Dieses, was ich schon erwähnte: Wenn nicht jetzt, wann dann. Wenn mir etwas am Herzen liegt, sollte ich es jetzt machen! Deine Kontaktadresse bzw. Webseite: Unter www.herzwegfahnderin.de findest Du alle Informationen über Lydia sowie zu ihren Seminaren und Veranstaltungen.
Oct 13, 2016

Der Weg zurück ins Leben-Podcast - von und mit Christina Bolte.

 
Skispringer Sven Hannawald 
Mein heutiger Interview-Partner ist der ehemalige Skispringer Sven Hannawald aus München. Er berichtet uns heute von seinem eigenen Burnout, wie es dazu kam und vor allem, wie er den Weg in seinen heutigen Alltag geschafft hat.
 
Seine Sportler-Karriere begann zunächst im Erzgebirge, allerdings zogen seine Eltern nach der Wende mit ihm in den Schwarzwald, wo er eine - wie er es nennt - "Findungsphase" hatte, in der er auch seinem Leben außerhalb des Sports einen Raum einräumte.

Trotz mehreren Aufs und Abs fand seine Karriere im Profisport ihren Gipfel im Jahr 2001/02, als er in einer Saison alle Stationen der 4-Schanzen-Tournee gewann - was vor ihm (und auch nach ihm) noch niemandem gelungen war.

Wie er über "grüne Lichter" denkt und was seine "Niedrig-Gewicht-Strategie" mit Regeneration zu tun hat, erfährst Du im Interview, in dem er von seinem "Weg" heute berichtet:

Diese Folge hier anhören oder herunter laden.

 

Deine schönste Erfahrung während Deiner Auszeit: Mein Burnout hatt mich für mein restliches Leben geprägt. Für meinen Körper ist es ziemlich schwierig, mit meinen hohen Ansprüchen zurecht zu kommen.Aber ich habe gelernt, dass alles in meiner Entscheidung liegt und dass alles seinen Preis hat. Ich kenne die eine, positive Seite, ich kenne die andere, negative Seite - und jetzt liegt es an mir, wie ich damit umgehe. Da bin ich froh, dass ich nun auch Konsequenzen oder Grenzen meiner Entscheidung kenne.Das ist die Erfahrung, das ist was ganz Anderes, als wenn ich ein Buch drüber gelesen hätte.

Deine schwierigste Erfahrung während Deiner Auszeit: Am schwierigsten war für mich, in der Klinik mit der Ruhe zurecht zu kommen. Ich habe zwar gemerkt, dass die Ruhe mir gut tut, aber sobald es mir nach der Klinik wieder besser ging, wollte ich eigentlich wieder mit dem Skispringen weitermachen. Außerdem war es schwierig für mich, nicht zu wissen, was aus mir nun wird, was jetzt kommt und dass die Zukunft total offen ist. Damit hatte ich mich noch nie beschäftigt.

Deine größte Angst für die Zeit nach der Rückkehr: Meine größte Angst war, dass diese Unruhe wieder zurückkommt und dieses Gefühl, die Ruhe nicht genießen zu können. Aber vielleicht war der Körper da auch übersensibel ...

Deine größte Hoffnung für die Zeit nach der Rückkehr: Meine Hoffnung war, wieder ganz der Alte zu werden, unabhängig von Sport oder nicht Sport. Aber einfach, dass ich die Tage wieder genießen kann und nicht schon aufstehen mit einem komischen Gefühl. Mittlerweile kann ich auch mal die Ruhe genießen, egal wie turbulent es drumherum ist. Das Thema Unruhe ist für mich zum Indikator geworden. Und so versuche ich nicht, fünf Schritte auf einmal zu gehen sondern einen Schritt nach dem nächsten.

Was hast Du - abgesehen vom Ausstieg aus dem Leistungssport - an Deiner Lebensgestaltung oder Deinem Alltag zu: Ich hab jetzt ein "normales Leben" außerhalb der Öffentlichkeit. Ich bin auf dem Weg, "normale Wege" zu gehen - das Leben nach dem Sport. So bin ich gerade in einer Situation wie ein 15-16-Jähriger, wo ich was Neues, einen anderen Beruf lernen muss. Aber das geht nicht von heute auf morgen, sondern gewisse Dinge entwickeln sich auch, und da braucht man Vertrauen.

Was hat Dir am meisten geholfen, Deinen Weg in Dein neues Leben zu gehen: Das wichtigste war für mich das Umfeld, die Familie, die mir Rückhalt gegeben haben und an die ich mich mit Fragen wenden kann und Antworten finde. Das gibt mir Vertrauen und Sicherheit, die natürlich gerade in unruhigen Zeiten wichtig ist.

Blitzlicht-Runde:

Die Essenz Deiner Auszeit in einem Satz: Menschen, die einen Burnout hatten, sind keinen schlechteren Menschen, sondern eher Diamanten, weil das die sind, die sich zu 100 % in eine Aufgabe reinsteigern. Deshalb sollten insbesondere Führungskräfte diese schützen und auch anerkennen, dass diese ihre Sache gut machen!

Der Schritt, der Dich über Deinen Wendepunkt hinaus gebracht hatte: Der Schritt zum Arzt, dass ich mir Hilfe im Außen suchen konnte und mich jemandem anvertrauen konnte.

Deine beste Buchempfehlung: Ich lese allgemein wenig Bücher, sondern spreche lieber mit den Menschen oder gehe lieber raus. Ansonsten habe ich 2013 ein eigenes Buch geschrieben, weil ich bin immer wieder auf Menschen gestoßen, die nachgefragt haben und wissen wollten, wie ich das geschafft habe, da wieder heraus zu kommen aus dem Burnout. Es heißt: Mein Höhenflug, mein Absturz, meine Landung im Leben. Wir sind dazu alle meiner Stationen abgefahren, so konnte Ulli [Anmerkung: Co-Autor] die Gefühle dort überall gut einfangen.

Meine Lebensweisheit: Wenn man merkt, dass etwas nicht stimmt mit dem Körper, insbesondere wenn die länger anhalten, sollte man sich damit beschäftigen, weil das kleine Schreie sind, dass was nicht läuft. Jeder Mensch ist anders, und so sollte man einfach mehr auf sich hören.

Deine Kontaktadresse bzw. Webseite: www.sven-hannawald.com - dort findest Du alle Informationen über die derzeitigen Aktivitäten sowie die neugegründete Unternehmensberatung von Sven Hannawald.

Sep 29, 2016

Der Weg zurück ins Leben-Podcast - von und mit Christina Bolte.

Meine heutige Interviewpartnerin ist Karin-Mirijana Gieron-Hix, die nicht nur eine, sondern gleich zwei Auszeiten hatte. Beide allerdings nicht ganz freiwillig.

Zunächst war sie etwa zwei Jahre wegen Burnout und begleitender  Trigeminus-Neuralgie (Nervenentzündung im Gesicht) mit starken Schmerzen arbeitsunfähig, und zwei Jahre später, als sie sich gerade wieder eine neue Existenz aufgebaut hatte, fiel sie auf einem Parkplatz "einfach so" ins Koma.

In unserem Interview spricht sie davon, was sie in dieser Zeit "erlebte", von dem Quasi-Auftrag, den sie dort erhielt und wie das ihr Leben verändert hat.

Aber höre selbst, was sie von ihrem "Weg" heute berichtet:

 

Eine Zusammenfassung des Interviews sowie die Kontaktdaten von Karin Mirijana und ihre Buchtipps kannst Du in den Shownotes nachlesen.

Aug 15, 2016

Der Weg zurück ins Leben Podcast – von und mit Christina Bolte und ihrem Interview-Gast Markus Goldmann

 

Interview-Partner Markus Goldmann Mein heutiger Interview-Partner ist Markus Goldmann, der als leitender Angestellter in der Automobilindustrie in Regensburg lebt und arbeitet.

Nach einer idealtypischen Karriere mit mehreren Auslands-aufenthalten fand er sich Ende 2014 mit herzinfarkt-ähnlichen Symptomen auf der Intensiv-station wieder.

Zum Glück erwies sich der vermeintliche Herzinfarkt "nur" als Burnout - für Markus Goldmann aber noch Anlass genug, ein einjähriges Sabbatical zu nehmen. Nach einem viermonatigen Road-Trip, in denen die Familie durch die USA über Mexiko, Guatemala, Belize, Honduras fuhr, verbrachten sie den Rest des Jahres mit viel Sport, ein bisschen Fortbildung und Familienzeit in Costa Rica.

Durch die Auszeit, die eigentlich mit der Zwangsauszeit in der Klinik begann, besann er sich auf das, was ihm wirklich wichtig ist im Leben.

Eine kurze Zusammenfassung von seinem Interview sowie die Links zu seinem Buchtipp sowie die Kontaktdaten von Markus Goldmann findest Du in meinen Shownotes.

Aber höre selbst, was er von seinem "Weg" heute berichtet:

 

Aug 2, 2016

Der Weg zurück ins Leben-Podcast - von und mit Christina Bolte.

Interview-Partner Stefan Albus Mein heutiger Interviewpartner ist Dr. Stefan Albus, aus Nordrhein-Westfalen aus der Gegend von Köln.

"Einfach mal aus dem Alltag ausbrechen - und schauen, was das so macht", dachte der Chemiker und freie Fachjournalist Stefan Albus, als er das erste Mal vom Pilgern hörte.

Und doch dauerte es noch ein paar Jahre, bis er sich 2009 tatsächlich auf den Jakobsweg begab. Für 3 1/2 Wochen war er unterwegs, "von der Haustür weg" in Herne bis nach Trier.

Auch bei ihm hat das Pilgern einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Nach dem Pilgern auf dem Jakobsweg hat er im Leben Einiges verändert und sich ein paar lang ersehnte Träume erfüllt.

Eine kurze Zusammenfassung von seinem Interview sowie die Links zu seinem Buchtipp sowie die Kontaktdaten von Stefan Albus findest Du in meinen Shownotes.

 

(Hinweis: Eine persönliche Rezension des zweiten Buches von Stefan Albus hörst Du in der nächsten Folge) 
 

Aber höre selbst, was er von seinem Weg heute berichtet:

Jul 5, 2016

Der Weg zurück ins Leben-Podcast - von und mit Christina Bolte.

Künstler Christian Seebauer


Mein heutiger Interviewpartner ist Christian Seebauer, aus dem Landkreis Dachau bei München. Mit Christian verbindet mich, dass er wie ich den Jakobsweg gegangen ist, allerdings bereits im Jahr 2010. Zuvor hatte der Elektro-Ingenieuer sehr lange in der Finanzbranche gearbeitet.

Durch das Pilgern auf dem Jakobsweg hat er sich wieder an seinen Kindheitstraum erinnert. Aber er hat dort auch die Kraft geschöpft, um sich seinen Depressionen zu stellen, die er sich bis dahin nicht eingestanden hatte. Höre am besten selbst, was er von seinem Weg heute berichtet.

Eine kurze Zusammenfassung von seinem Interview sowie die Links zu seinem Buchtipp sowie die Kontaktdaten von Christian Seebauer findest Du in meinen Shownotes.

 

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